MKZWO Magazin

Neues aus dem hohen Norden mit Boykott und dem neuen Stuff „Solikonzert“!

Nach seinem letzten Album „Angriff“, folgten zahlreiche Auftritte in ganz Deutschland, darunter spielte der sympathische Friese aus Wilhelmshaven, natürlich auch das ein oder andere Solikonzert. So auch der Titel seines neuen Albums: „Solikonzert“. Die Frage nach dem Warum, sprich, wieso er sein neues Album gerade so nennt, wird durch den gleichnamigen Track beantwortet.

Ständig mit ihm am Start, ist sein treuer Weggefährte und Aktivist aus der Linken Szene: Torkel Tim. Wie man eventuell meinen könnte, hat Torkel Tim ein Alkoholproblem, aber nein, dem ist nicht so. Denn Boykott ist ernstzunehmen, was er mit seinen anspruchsvollen Texten beweist und ebenso Torkel Tim, der das spätestens beim Feature klar macht.

An der einen oder anderen Stelle ist Boykott zwar ziemlich provokant, aber er sendet politische Botschaften und schafft ein kritisches Bewusstsein, vor allem dort, wo die rechte Mainstreamkultur überhand zu nehmen scheint. Orte wie Wilhelmshaven, die immer mehr in Vergessenheit geraten und wo Mensch über gewalttätige Übergriffe, gerne mal hinweg schaut. Und genau darum geht es in der heutigen Zeit, Musik als politische Waffe zu nutzen. Gerade hier benötigt man Menschen wie Boykott und Torkel Tim, die die Fahne aufrecht halten.

11 neue Tracks auf diesem Album, darunter ein Feature mit Torkel Tim und ein zusätzlicher Remix zu dem Song „Mein Hass“.

Boykott identifiziert sich als rappender Punk, was es genau damit auf sich hat, beschreibt er mit dem ersten Track „Rappender Punk“. Hier beruft er sich explizit auf Individualität und darauf, dass man einige Dinge niemals in einen Sack stecken sollte. Natürlich allen voran auch seine Stilrichtung. Der zweite Track auf seinem Album, heißt „Solikonzert“ und beinhaltet die Intention dieser Platte, denn Boykott spielt auch ohne Taler und Moneten. Selbst wenn, dies für ihn finanziell ganz und gar nicht einfach ist, doch viel wesentlicher für ihn: Engagement zu unterstützen. Engagement für linke Freiräume, gegen Repressionen, gegen Homophobie und Intoleranz und für ein besseres Leben. Er will für das, was er aussagt auch einstehen. Er möchte real bleiben und nicht zwangsläufig des Geldes wegen, Musik machen. Mit dem Track „Yuppies im Club“ gibt er sein Statement zur allgemeinen Partykultur in deutschen Clubs. Er entsagt sich ganz bewusst dem Mainstream-Gehabe und versucht seinen Zuhörern deutlich zu machen, wie ekelerregend und oberflächlich das Verhalten der „Yuppies“ auf ihren standardisierten Parties ist. Wichtige Werte sind dort scheinbar auf ganzer Linie nicht auffindbar. Der Feature mit Torkel Tim „Durchbrechen“ - beschreibt ihr Interesse eine angenehme Gegenkultur, linke Freiräume, zu wahren. „Durchbrechen“, kann durchaus motivierend wirken. Ein ganz persönlicher Track ist „Legastheniker“, denn hier beweist Boykott Ehrlichkeit und überlässt uns einen kurzen Einblick in seine Vergangenheit.

Zusätzlich geht er auf folgende Thematiken ein: Massentierhaltung und die „scheißegal-Einstellung“ der Menschen diesbezüglich, Zusammenhalt ist das A und O, denn nur „Hand in Hand“ können wir etwas bewegen, und wie es sich für einen Rapper, beziehungsweise einen rappenden Punk aus der linken Szene gehört, beschreibt er seinen Hass gegenüber polizeilicher Repressionen. „Wilhelmshaven“ so heißt Titel Nummer 10, auf dieser Platte. Wie bereits oben beschrieben: Boykott kommt aus Wilhelmshaven, einer Stadt im Norden, die irgendwie vom Aussterben bedroht ist. Ein Aussterben in jeglicher kultureller Hinsicht und auch die Bevölkerung minimiert sich. Kaum sind junge Leute anzutreffen, denn Wilhelmshaven bietet keine Vielfalt, um sein Leben bunter zu gestalten. Boykott spricht davon, sich die Realität schön kiffen zu müssen. Kein Wunder, denn diese Stadt kann man auch als schwarzes Loch Niedersachsens bezeichnen, Armut ist hier keine Seltenheit.

Insgesamt kann man Boykott zu diesem Album gratulieren, denn er macht sein Maul auf! Er hat zwar an der einen oder anderen Stelle, eine gewöhnungsbedürftige und derbe Wortwahl, aber seine Aussagekraft ist bedeutend. In diesem Sinne, macht euer Ding, wenn euch der Druck zerbricht und beginnt zu leben! Derzeit tourt er mit Torkel Tim durch Deutschland, informiert euch unter:

http://www.boykottone.de/