MKZWO Magazin

Beatbox Battle World Championship - 31.03.2012, Astra, Berlin

Schön an dieser nun zum dritten Mal veranstalteten Beatbox-WM war vor allem, dass sie trotz großem Raum, sichtbarem Sponsoring, Livestream, teurem Bier etc. immer noch ein gewisses Jamfeeling versprüht, denn überall, besonders im Freiluftbereich, bildeten sich eigene Beatboxkreise, in denen Styles geprobt und präsentiert wurden. Die Moderation vom Host und Organisator Bee Low war gewohnt sprachlich mager bis ungewollt komisch, aber der Typ ist einfach mit Herz und Seele dabei. Man merkt jederzeit, dass er für die Sache brennt und inwieweit er immer noch überall seine Finger mit im Spiel hat, kann man unter anderem daran sehen, dass er noch einen Tag vor der Eröffnungsfeier meine Presseanfrage (und an dieser Stelle muss die Wahrheit mal hinaus: Ich zähle NICHT zu den bekanntesten Journalisten des Landes!) persönlich beantwortete. Unterstützt wurde er diesmal von Steff La Cheffe, die etwas brauchte, um aufzutauen, dann aber ihre Sache wirklich ordentlich machte. Es gab über 70 männliche Vertreter und 15 weibliche, so dass man eine Menge Konzentration und Standvermögen an den Tag legen musste. Die vier Showcases kamen direkt nacheinander, was den Auflockerungseffekt etwas abschwächte. Besonders gut gefallen haben mir hier die drei Japaner HumanISM. Musikalisch tendiert die internationale Beatboxszene ja schon seit Jahren immer stärker in die Elektrorichtung, aber diesmal war schon nach kurzer Zeit klar: Dubstep ist omnipräsent und mit seinen wummernden Bässen wohl wie gemacht für ein Kräftemessen am Mikrophon. Dadurch hörte man einerseits deutlich weniger Melodien und organische Instrumente, andererseits auch weniger schräg intonierte Popvokalfetzen. Die unmögliche Tatsache, dass es keinen einzigen Essensstand gab und man die Location nicht verlassen und wieder betreten konnte, zwang mich allerdings nach sechs, sieben Stunden ziemlich ausgelaugt zum Gehen. Leider waren zu diesem Zeitpunkt gerade erst die Battles angelaufen, aber so konnte ich mich wenigstens mal wieder wie ein 17jähriger fühlen. Diese und alle jüngeren Menschen mussten nämlich schon um Mitternacht reinhauen, wobei Bee Low darauf hinwies, dass man dadurch nichts verpassen müsste, da ja alles im Internet live übertragen sowie gespeichert werden würde. So kam ich dann auch an die Information, dass die Bulgarier Skiller und Pe4enkata die neuen Champions sind. „Maximum Respect!“

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