MKZWO Magazin

Neues aus dem Hause Fat Wreck Chords!

Im Laufe der letzten Monate trudelten einige neuen Scheiben von Fat Wreck Chords aus San Fransisco bei mir ein und daher entschied ich mich für einen kleinen Sammelbericht. Aber vorerst ein paar Sätze zur Labelgeschichte für die, die sie noch nicht kennen: Fat Mike von den kalifornischen Punkrockern NOFX hatte Ende der 80er Langeweile, wenn er von einer Tour nach Hause kam. So veröffentlichte NOFX 1987 auf eigene Faust eine 7“ namens "The PMRC Can Suck On This". 

Der nächste Schritt war die offizielle Gründung von Fat Wreck Chords 1990. Seit Beginn an kümmern Fat Mike und seine Frau Erin sich persönlich um die Bandauswahl und so ist es kein Wunder, dass sich hauptsächlich für Bands entschieden wurde, die mit NOFX befreundet sind, zusammen mit ihnen auf Tour waren oder von einer anderen Fat-Wreck-Band empfohlen wurden. Viele verbinden das Label vor allem mit Bands wie Lagwagon, No Use For A Name, Me First & The Gimme Gimmes und natürlich NOFX, aber auch Bands wie die New Yorker Hardcore-Legende Sick Of It All und die Politpunks Propagandhi arbeiteten in der Vergangenheit mit Fat Wreck zusammen. 

Fangen wir an mit einer Band, die bereits vor einiger Zeit das Label in Richtung Major verlassen hat: Against Me! veröffentlichten ihre erste Platte namens „As The Eternal Cowboy“ bei Fat Wreck, bevor der große Durchbruch kam. Genauso wie bei Rise Against, die auch nach ihrem Debüt zu Stadionrockern reiften (Wer ihren Rockpalastauftritt letztens im Fernsehen sah, weiß, was ich meine …), wird die erste Scheibe jetzt noch mal aufgelegt, um auch etwas vom Erfolg ab zu haben. „The Original Cowboy“ enthält bisher unveröffentlichte Versionen, ich empfehle „T.S.R.“ und „Unsubstantiated Rumors“ zum Reinhören. 

American Steel bleiben mit ihrem neuen Album leider unter ihren Möglichkeiten, wobei sie mit ihren weinerlichen Stimmen und einer latenten Traurigkeit für einen guten Kontrast zu den ganzen unbeschwert klingenden Band bei Fat Wreck sorgen. Der Titelsong „Dear Friends And Gentle Hearts“ ist sicher ein gutes Hörbeispiel für ihren typischen Sound, aber mein Favorit ist zweifellos der Ohrwurm „Bergamot“. 

Strung Out sind mit 20 Jahren Banderfahrung schon alte Hasen im Geschäft und waren immer schon technischer und metallischer als die meisten ihrer Labelkollegen. Ihr neuester Longplayer „Agents Of The Underground“ kränkt aber wieder mal am fehlenden Feeling. Handwerklich sind sie ohne Zweifel fit und auch ihre Arrangements sind abwechslungsreich, aber irgendwie klingt das Ganze mir zu klinisch. Am Produzenten Cameron Webb wird es wohl nicht liegen, war er in der Vergangenheit doch bereits für Social Distortion, Pennywise und Motörhead tätig. 

Banner Pilot spielen erst seit 2005 zusammen, veröffentlichten aber immerhin schon eine Platte bei Go-Karts Records. Das Fat Mike Gefallen an der jungen Band aus Minnesota gefunden hat, verwundert einen nicht, denn ihr Stil ist stark von Dillinger Four und den Lawrence Arms geprägt, beides Bands, die bereits auf Fat Wreck veröffentlichten. „Collapser“ wurde straight eingespielt und ist sehr eingängig geworden, den Songs an sich fehlt es aber noch an Biss. 

Teenage Bottlerocket sind auch jung und eingängig, machen ihren Job aber eindeutig besser. Schon der Opener „Skate Or Die“ (Erinnert sich jemand an das gleichnamige C-64-Spiel?) zeigt, wie locker-flockig die Band aufspielt. Mit einer aufgeräumten Mischung aus den Ramones und Gruppen wie No Use For A Name geht es 14 Songs lang nach vorne. „They Came From The Shadows“ ist demnach mein Melodypunk-Tipp für den Herbst 2009. Entdeckt wurden die Jungs aus Wyoming übrigens bei einer Supportshow für NOFX…