Endlich ist das erste Album von Amewu draußen, den ich an dieser Stelle gleich mal als einen der derzeit heißtesten MCs des Landes bezeichnen möchte. Gelungene Reime, tolle Flows, live nicht abreißend wollende Freestyles, eine ultraschnelle Zunge – all das würde schon locker reichen, um sich in sämtlichen Cyphern Respekt zu verschaffen. Amewu geht aber noch einen gerade in der Hauptstadt zwar unbeliebten, doch entscheidenden Schritt weiter, in dem er Selbstreflexion und Gesellschaftskritik als seine Grundpfeiler bestimmt:
„Ich bleib ungemütlich, weil ich es will / Du sagst, ich kann so nichts ändern, doch ich bleibe gechillt / denn dieser Sound fliesst durch die Strassen und verändert Details / ich weiß, wie mein Wirken aussieht und erkenn es bereits“ Die Gastparts, unter anderem von Phase, Wakka und Chefket, fügen sich sowohl inhaltlich als auch stilistisch gut in die „Entwicklungshilfe“ ein, die nicht nur Youngsters Orientierung geben, sondern auch längst etablierten, aber inzwischen völlig ideenlosen Rappern wieder die Augen öffnen könnte. Zudem dürften die super arrangierten Beats mit Hang zu Dramatik auch vielen gefallen, die HipHop meist allein wegen der zu monotonen Musik ablehnen. Wie Amewu im Intro selbst bekennt, ist er ein „unverbesserlicher Studiohasser, aber dafür Live-MC“, deshalb holt euch bitte nicht nur diese Scheibe, sondern checkt ihn auch unbedingt mal von vor der Bühne aus!
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